Zum Inhalt

Betriebssystemwechsel eigentlich ganz einfach

Vor kurzem habe ich mir ein Surface Pro 4 zugelegt. Ein für den einen oder anderen überraschender Schritt, da ich ja eher als Apple Fan Boy bekannt bin. Warum habe ich mir also eine Windows 10 Maschine zugelegt? Der ganzen Sache gingen einige Überlegungen von mir und Hardwareentscheidung von Apple voraus, die meine Entscheidung wesentlich beeinflusst haben.

Nach dem ich nun mehrere Jahre nur sehr sporadisch mit meinem Mac mini gearbeitet habe und eher und fast ausschließlich mein iPad (verschiedene Modelle) eingesetzt habe. Hat es mich nachhaltig geärgert, dass es immer noch Webseiten gibt, die sich nur schlecht auf einem iPad bedienen lassen. Neben der WordPress-Admin-Oberfläche sind es auch andere, die es von Zeit zu Zeit es notwendig gemacht haben meinen Mac mini hochzufahren um dort das ein oder andere zu erledigen. Ein weitere Grund sind Designentscheidungen die Apple getroffen hat, mit denen ich nur schwer klar komme:

  • Das iPad hat seine Frontkamera an der kurzen Seite, obwohl ich kaum einen iPad User kenne der sein iPad (außer beim lesen) hochkant hält. Eine Kamera an der langen Seit ist viel sinnvoller.
  • Grundsätzliche Überlegungen von Apple zum Dateihandling und der Instabilität insbesondere bei größeren Dateien wenn diese zwischen App´s verschoben werden.
  • Kein iPad mini 5 mit Stiftunterstützung.
  • Auch nicht zu unterschätzen die Preisfrage, die aus meiner Sicht bei einem iPad einfach inzwischen zu hoch ist, insbesondere wenn man an die Pro-Modelle denkt und nur bei diesen gibt es die Stiftbedienung.

Zugegeben hat Apple mit der Vorstellung von iOS 11 einiges in die richtige Richtung getan, aber grundsätzlich ist das aus meiner Sicht noch nicht ausreichend.

Nun wanderte mein Blick also auf die Tische wo die mobilen Mac´s stehen im Apple Store. Nun ja – da gibt es diese “klasse” Entscheidung einer Touchbar in unbezahlbaren Pro Geräten (MacBook Pro). Kopfschüttel, wozu braucht man eine Touchbar?? Ein Unsinn der sich mir einfach nicht erschließt, wenn man doch Touchscreen haben kann. Der technische Aufwand ist erheblich und der Nutzen aus meiner Sicht sehr eingeschränkt. Also habe ich mal mein MacBook 12” angeschaut. Ganz sicher ein feines Gerät. Dünn und für mich eigentlich ausreichend schnell und es fühlt sich von der Haptik einfach großartig an…. Na ja bis auf die Tastatur, die zwar innovativ, aber eben auch so gut wie keinen Hub hat. Und dann passierte mir etwas, was meine Gedanken und Ideen nachhaltig beeinflusst hat. Ich wollte meiner Frau im Apple Store die Anwendung Foto zeigen und was habe ich gemacht? Auf dem Bildschirm rumgedrückt. Und da stellte ich mir sofort die Frage – ja warum sind das eigentlich keine Touchscreens? Die Erklärungen von Apple zu diesem Thema sind auch nicht gerade schlüssig und lassen sich eigentlich nur dadurch erklären, dass Apple den iPad Markt nicht kannibalisieren möchte, denn das dürfte sofort passieren, wenn die “normalen” Notebooks plötzlich einen Touchscreen hätten.

Was tun? Mit dem Windows Markt hatte ich mich in der Vergangenheit nicht besonders häufig auseinandergesetzt und wusste nur eins – Windows = Viren und Würmer. Aber bei einer genaueren Betrachtung des Marktes musste ich feststellen, dass die vielen Anbieter von Hardware wirklich schöne Geräte im Angebot haben und Windows 10 gar nicht so schlechte Kritiken bekommt (Windows 10 – war mir völlig unbekannt), auch die Sicherheit des Betriebssystems wurden von vielen Fachpublikationen als gut eingeschätzt.  Es gibt verschiedene Gerätekategorien im Windows 10 Markt, die die Auswahl gar nicht so leicht machten. Es sollte irgendwie ein Tablet sein, es sollte schnell sein, es sollte einen Stift unterstützen und eine Tastatur haben. Und wenn es irgendwie ging sollte zu mindestens einigermaßen darauf, neben meinen üblichen Anwendungen, auch World of Warcraft laufen. Die Frage der Grafikkarte ist im 2 zu 1 Markt sehr schwierig, da bei den vorgenannten Gerätewünschen es so gut wie keine (ich habe kein Gerät gefunden) Geräte mit einer “echten” Grafikkarte vorhanden sind sondern nur integrierte Modelle von Intel.

Bei der Marktbeobachtung fiel mir auf, dass die Preise für Surface Pro 4 Geräte zu diesem Zeitpunkt recht schwankend waren. Es kündigte sich also wahrscheinlich ein neues Gerät an – Preissenkungen und/oder Schwankungen sind dafür ja immer ein recht guter Indikator.

Alternativen gab es von Lenovo und Asus, die mir aber alle nicht so richtig gefielen (irgendetwas ist ja immer). Und so habe ich mich für ein Surface Pro 4 mit i7 (wegen der besseren internen Grafikkarte) und 256 GB SSD und 8 GB Hauptspeicher entschieden. Das schien mir der besten Kompromiss zu sein. Als externen Speicher setze ich eine micro SD-Karte mit 256 GB ein, so dass mir ausreichend Speicher zur Verfügung steht.

image1

Windows 10

Die erste Software die ich mir als Feind von Viren und Würmern gekauft habe, war natürlich ein Virenscanner und trotz der Meinung von vielen Leuten aus meinem Umfeld, war das die richtige Entscheidung mich nicht ausschließlich auf den Windows Defender zu verlassen. Ich fühle mich jedenfalls mit diesem Softwarekauf besser.

Nun kam es natürlich zu der Frage – was ist mit Software – muss ich noch Dinge nachkaufen, wird alles anders – ist der Systemwechsel so schwierig? Die Antwort ist ganz klar nein. Windows 10 lässt sich sehr gut bedienen und die Unterschiede sind ehr im Unterbau zu finden. Zum Beispiel das Installieren von Software unter macOS immer noch deutlich sinniger als unter Windows. Aber dank Windows Store ist es bei diesen Apps mehr als einfach und die Updates funktionieren genauso gut  wie bei macOS (wenn man auch dort aus dem Store die Programme bezogen hat). Aber letztendlich ist die Installation und/oder Deinstallation nur eine Randerscheinung im täglichen Doing, jedenfalls bei mir. Die meisten Programme werden ebenso bedient. Und meine Hauptanwendungen sind die Programme aus dem Office Paket von Microsoft, die ich auf dem Mac und dem iPad ebenso zur Verfügung habe wie eben auch auf dem Surface. Viele Programme die ich bediene haben eine Weboberfläche und da gibt es eh keinen Unterschied. Und genau diese beiden Punkte machen den Unterschied – die Unterschiede zwischen den Plattformen sind geringer geworden. Insbesondere dadurch, dass Microsoft inzwischen ein Multiplattformanbieter ist und seine Programme eben für alle gängigen Plattformen zugänglich macht und das viele Dinge eben einfach webbasiert sind (z.B. die Administration von WordPress und QNAP, etc.). Dadurch das die iCloud auch für Windows zugänglich ist, werden meine Bilder die ich mit dem iPhone mache auch direkt auf mein Surface übertragen. Und die Stift- und Touchbedienung machen das Arbeiten einfach zum Vergnügen. Touchen und malen nach Lust und Laune. Smile 

Ich denke für einen Windows 10 Nutzer der ein Touch basiertes Gerät hat wäre der Umstieg auf einen Mac wesentlich schwieriger. Smile

Fazit:

Der Umstieg war gar nicht so schwierig, meine Angst vor Viren und Würmern ist immer noch da (da lob ich mir ein iPad) und trotzdem macht das Arbeiten mit meinem neuen Equipment einfach Spaß. Ob das auf Dauer so bleiben wird – werde ich sehen. Früher habe ich mich über permanentes installieren von Windows – weil irgendwas nicht lief  – ziemlich geärgert. Ich bin neugierig ob sich das wiederholt. Wenn ich in die Zukunft blicke, vermute ich das das Betriebssystem insgesamt unwichtiger wird. Die Frage ist halt, was kommt nach dem App-Boom? Ich habe festgestellt, dass ich das Meiste mit dem webbasierten Word oder Pages machen könnte, wenn ich nur wollte. Und vieles spricht dafür, dass das in der Zukunft auch so bleiben wird. So das die Bedeutung von Betriebssystemen in den Hintergrund gedrängt wird und eher die Fähigkeiten der Hardware eine Rolle spielen werden. Und da ist meine persönliche Entscheidung gefallen ich möchte fühlen, berühren und mit dem Stift schreiben – direkt auf den Bildschirm. Und da war das Surface Pro 4 im Moment für mich das beste Angebot. Übrigens setze ich im Moment noch mein iPad mini 4 ein um zu lesen, mal auf der Couch eine Mail zu beantworten usw. – also die Apple Welt ist nicht aus meinem Leben verschwunden ganz im Gegenteil – ich will nur von jeder Welt das Beste ohne das ganz ohne Dogma.

Published inAppleGadget

Kommentare sind geschlossen.